Probengewinnung / Respirationstrakt
   

Tonsillenenabstriche


Abstrich von einer oder beiden Tonsillen entnehmen. Die Untersuchung umfasst immer den selektiven Nachweis von ß-hämolysierenden Streptokokken (Gruppe A, C, G) und bei Anforderung von pathogenen Keimen die Untersuchung auf fakultativ pathogene Erreger wie Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae, Staphylococcus aureus, Moraxella catarrhalis, Enterobacteriaceae. Die kulturell nachgewiesenen Keime werden semiquantitativ erfasst (vereinzelt, mäßig, zahlreich), da die meisten der angeführten Erreger in geringer Keimzahl zur physiologischen Flora gehören können.

Bei Verdacht auf Angina Plaut-Vincent erfolgt die Diagnose über die Beurteilung eines Grampräparates – diese Untersuchung wird nur bei entsprechender Verdachtsdiagnose durchgeführt.


Nasenabstriche auf pathogene Erreger


Abstrichtupfer bis zum Spüren eines Widerstands einführen und unter Rotation Abstrich entnehmen.
Die Untersuchung auf pathogene Keime umfasst den Nachweis von typischen Erregern einer bakteriellen Sinusitis (Streptococcus pneumoniae, ß-hämolysierende Streptokokken, Haemophilus sp., Moraxella catarrhalis, Enterobacteriaceae, Pseudomonas und andere Non-Fermenter, Staphylococcus aureus).
Spezielle Anforderungen (bitte angeben!):
 MRSA Screening
 Pilzkultur
Die kulturell nachgewiesenen Keime werden semiquantitativ erfasst (vereinzelt, mäßig, zahlreich), da die meisten der angeführten Erreger in geringer Keimzahl zur physiologischen Flora gehören können.


Virusnachweis – Influenza A+B, Adenovirus, RSV


Abstrich aus Nase oder Rachen (von der Rachenhinterwand, nicht von den Tonsillen) durchführen, Abstrichtupfer in das Transportmedium überführen (Tupfer an Sollbruchstelle abbrechen – im Medium belassen).
Abstriche aus der Nase (und besonders aus dem Nasopharynx) ergeben eine (etwas?) höhere Ausbeute als Rachenabstriche. Es besteht kein Grund, Abstriche aus Nase und Rachen zu entnehmen.
Auch Spülflüssigkeit aus Nase oder Rachen ist als Untersuchungsmaterial geeignet.


Nachweis Bordetella pertussis


Die besten Ergebnisse werden mit Nasopharyngealabstrichen erzielt.
Alternativ sind auch Nasenabstriche (nicht vom Nasenvorhof) oder Abstriche von der Rachenhinterwand (nicht von den Tonsillen) möglich.
Nasopharyngealabstriche werden am besten mit einem dünnen und biegsamen Abstrichtupfer (wie abgebildet) durchgeführt.


Sputum


Für bakteriologische Untersuchungen ist nur Material geeignet, das durch Expektoration aus den tiefen Atemwegen gewonnen wird. Am besten gelingt die Sputumgewinnung am Morgen – vorher sollte die Mundhöhle mit klarem Wasser gespült werden.
Die bakteriologische Sputumuntersuchung umfasst
 Grampräparat – die Menge an Leukozyten und Epithelzellen gibt Auskunft über die    Qualität des zu untersuchenden Materials:
      >25 Leukozyten, <10 Epithelzellen: gute Qualität.
      >25 Epithelzellen, <10 Leukozyten: schlechte Qualität, da hohe Beimengung von       Speichel; die nachgewiesenen Keime stammen dabei wahrscheinlich aus der       Mundhöhle/Rachen.
 Untersuchung auf (fakultativ) pathogene Keime wie Streptococcus pneumoniae,    Haemophilus sp., Staphylococcus aureus, Moraxella catarrhalis, ß-hämolysierende    Streptokokken, Enterobacteriaceae und Nonfermenter.
Da im Allgemeinen starke Kontaminationen mit Speichel fast unvermeidlich sind, müssen die Befunde mit Zurückhaltung interpretiert werden (Maskierung von „pathogenen Keimen“ durch physiologische Rachenflora oder Nachweis von „vermeintlichen pathogenen Erregern“, die lediglich die Rachenschleimhaut kolonisieren).


Sputum – spezielle Untersuchungsaufträge (bitte angeben)


Pilzkultur
Untersuchung auf Tuberkulose (am besten drei aufeinanderfolgende Morgensputa); Proben werden von uns weitergeleitet.