Labor / Aktuelles


20.01.2014 Später Beginn der RSV-Saison 2013/2014
  Später als in den letzten Jahren haben wir die ersten RSV-Infektionen der heurigen Wintersaison nachgewiesen – vor knapp zwei Wochen einen Fall im Bezirk Kitzbühel, letzte Woche auch die ersten im Raum Innsbruck.

  Infektionen mit RSV sind vor allem für Säuglinge und Kleinkinder von Bedeutung (häufigste Ursache von sehr schweren Erkrankungen der tiefen Atemwege), können aber auch bei älteren Menschen und immunsupprimierten Patienten zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Die Infektion hinterlässt keine länger andauernde Immunität, Reinfektionen sind häufig.
Für Kleinkinder mit erhöhtem Risiko (schwere respiratorische oder neuromuskuläre Grunderkrankungen, bestimmte Frühgeborene – genaue Angaben finden sich auf der website der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde) ist als Prophylaxe eine passive Immunisierung mit einem monoklonalen Antikörper möglich und sinnvoll. Da die dazu erforderlichen intramuskulären Injektionen während der gesamten Zeitspanne einer möglichen Übertragung monatlich erfolgen müssen, ist es wichtig, Beginn und Ende der jährlichen Epidemie möglichst genau zu erfassen.
Seit letzter Saison existiert in Österreich ein RSV-Netzwerk (ÖRSN), ins Leben gerufen und geleitet von der Nationalen Referenzzentrale am Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien. Als eines von sechs am Netzwerk beteiligten Labors (je zwei in Wien und OÖ, je eines in Salzburg und Tirol) melden wir wöchentlich unsere Fallzahlen, die aktuellen Daten sind auf der website des Departments für Virologie zu finden. Im wöchentlichen Influenzareport des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) sind auch die europäischen Fallzahlen der RSV-Infektionen angeführt.
In der vorigen Saison (2012/2013) haben wir außergewöhnlich viele Fälle (über 140) diagnostiziert – fast ausschließlich bei Säuglingen und (Klein-)Kindern.
Die Diagnose ist mittels Antigennachweis schnell und einfach aus Nasenabstrichen möglich Virusnachweis. Der Test hat bei Kindern eine sehr hohe Sensitivität, bei (älteren) Erwachsenen eine deutlich geringere. Die Spezifität ist in allen Fällen sehr gut (es gibt also kaum falsch positive Befunde).

PS: Seit Anfang des Jahres steigen die Fallzahlen von Influenza-Infektionen in Süd- und Westeuropa langsam an (in Österreich bisher nur sporadische Fälle). Es ist daher zu erwarten, dass die Grippewelle demnächst auch Tirol erreicht.