Labor / Aktuelles


21.01.2013 Beginn der Grippewelle in Tirol (?)
  Schon vor sechs Wochen wurde in Tirol der erste Influenza-Fall nachgewiesen, ohne dass in den folgenden Wochen eine nennenswerte Ausbreitung der Erkrankung erfolgt wäre. Erst letzte Woche ist es zu einer - immer noch geringen, aber doch eindeutigen - Zunahme der Fallzahlen gekommen.
Viele Länder in Europa (vor allem im Westen und Norden) haben in den letzten zwei bis drei Wochen eine zunehmende Influenzavirusaktivität verzeichnet und auch im Osten Österreichs steigen die Fallzahlen langsam an.
Es spricht also einiges dafür, dass wir am Beginn der heurigen Influenza-Epidemie in Tirol stehen.

  Wie seit vielen Jahren bieten wir zum Nachweis von Infektionen einen Antigen-Test an (Virusnachweis), der den Vorteil hat, sehr schnell ein Ergebnis zu liefern, allerdings nicht so sensitiv wie PCR oder Kultur ist (deren Nachteil in erster Linie die längere Bearbeitungszeit ist).
Die Nachweisbarkeit einer Infektion mit dem Antigen-Test beträgt etwa 60-70% (Influenza A besser als B, im frühen Stadium der Erkrankung besser als später, bei Kindern besser als bei Älteren, Abstriche aus der Nase etwas besser als aus dem Rachen). In fünf der sechs bei uns in den letzten eineinhalb Wochen diagnostizierten Fälle waren die Patient/inn/en unter drei Jahre alt.
Da die Spezifität des Tests sehr hoch ist, bedeutet das, dass ein positives Ergebnis eine Infektion mit Influenzaviren (so gut wie sicher) beweist, ein negativer Befund eine Infektion aber nicht ausschließt.
Auch über eine Bestimmung der Antikörper im Blut kann eine Infektion nachgewiesen werden; die Bildung der Antikörper erfolgt allerdings erst mit einigen Tagen (bis zwei Wochen) Verzögerung, so dass der Nachweis einer Infektion meistens erst retrospektiv möglich ist.